Weihnachten – Das Fest der Wintersonnenwende



Liebe Leserinnen und Leser,


zur Wintersonnenwende, am kürzesten Tag des Jahres, hält die Sonne für einen kosmischen Augenblick inne. Dieses Innehalten nutzt unser lebenswichtiger Stern, um sich sogleich wieder der Sommersonnenwende zuzuwenden. Wir Menschen sind diesbezüglich nicht so festgelegt – dementsprechend stellt sich mir in diesen Momenten die Frage: Was passiert, wenn ich innehalte? Wie verändert sich mein Blick, meine innere Haltung – mein Tun – wenn ich eine andere Perspektive einnehme? Was ist Ursache, was ist Wirkung? Eine abschließende Antwort mit einem kleinen Seitenblick auf das Corona-Jahr 1 habe ich (noch) nicht – und das ist auch völlig in Ordnung.


Die Fragestellung im Hinblick auf die beruflichen, gesellschaftlichen und privaten Bühnen unseres Lebens darf (oder, sollte ich sagen „muss“) geradezu zum Innehalten einladen. Selbstpräsentation. Vortrag oder Rede? Computerunterstützte Präsentationen. Hybride Veranstaltungen. Online. Offline und, und, und. Sie und ich stecken mitten in einem Wandel. Manch' einer mag sagen „was für ein Chaos!“

Wikipedia umschreibt und erläutert Chaos in diesem Zitat so: „Das Wort Chaos [ˈkaːɔs] (von altgriechisch χάος cháos) bezeichnet alltagssprachlich zumeist einen Zustand von vollständiger Unordnung oder Verwirrung (Wirrwarr), in der antiken Mythologie und in der Philosophie fungiert er im Rahmen von Kosmogonien und Kosmologien als Gegenbegriff zu Kosmos, dem griechischen Begriff für die (Welt-)Ordnung oder das geordnete Universum, in modernen naturwissenschaftlichen Theorien (Chaosforschung) hingegen zur Bezeichnung der Unvorhersagbarkeit von Prozessen (...).“


Ob Wandel oder Chaos? Wie entscheiden Sie? Oder sind Sie noch mitten in einem Findungs- und Entscheidungsprozess? Mein Gedanke ist folgender: In diesen herausfordernden Zeiten, in diesem Wirrwarr der Gefühle und der Herausforderungen empfinde ich es als absolut legitim, eine mehr oder weniger ausgedehnte Zeit des Innehaltens einzulegen. Fast bin ich wieder geneigt zu schreiben „ein Muss! Innezuhalten“.


Wenn Sie es können mögen wollen, sollten Sie diese Besinnungsphase nutzen – trotz aller Widrigkeiten – idealerweise, um Kraft zu tanken, neuen Mut zu fassen und unseren weiteren Weg abzustecken. Und dann an einen der nächsten Morgen den ersten Sonnenstrahl als Licht am Ende des Tunnels zu erkennen – und den wichtigen, initialen Schritt eines neuen und noch vollkommen unbeschriebenen Tages zu machen und sich auf den Wandel – der ja vom Prinzip her schon nicht aufzuhalten ist – positiv einzulassen.


Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist Gestern, der andere Morgen. Dies bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Lieben, Glauben und in erster Linie zum Leben ist (Dalai Lama)

Das Erlebnis der winterlichen Sonnenwende hat schon die Ägypter und andere frühe Hochkulturen in ihren Bann gezogen. Sonnengottheiten wurden folgerichtig am 21. Dezember ob ihres vermuteten Geburtstages gehuldigt. Die Einführung des julianischen Kalenders im Jahre 45 v.Chr. verschob diesen Feiertag dann auf den 25. Dezember. Römer zelebrierten die Geburt ihres Sonnengottes Sol, die Germanen kamen zum Julfest zusammen. In Skandinavien grüßt man sich zur Weihnachtszeit daher immer noch mit "glædelig Jul"(DK), "god Jul"(S, N) oder "hyvää joulua" (FIN).


Wende Dich der Sonne zu. Dann fällt der Schatten hinter Dich (Afrikanisches Sprichwort)

Dieses Sprichwort nehme ich direkt als eleganten Übergang zu einem durchaus kniffligen Wirkstoff:


Alkohol und Schokolade – Gift für unsere Stimme?


Auch wenn Ihnen noch gar nicht der Sinn nach Weihnachtsfeiern steht, beschert uns der Dezember schon den einen oder anderen kühlen Abend (oder eine kühle Stimmung), dann verstärkt sich – bei dem einen oder anderen – das merkliche Verlangen nach gutem Essen, delikater Schokolade und einem guten Tropfen Wein. Vielleicht Glühwein? (P.S. Es gibt mittlerweile hervorragende alkoholfreie Weinsorten/Glühweine). Um meiner Sorgfaltspflicht – auch und gerade – als als AuftrittsCoch für eine sichere Performance nachzukommen, möchte ich nachfolgende Überlegungen nicht unerwähnt lassen:


Alkohol in jeder Darreichungsform sorgt dafür, dass sich die Gefäße öffnen und die Durchblutung erhöht wird. Das Volumen der Stimmbänder vergrößert sich durch den "Verkehrsanstieg", gleichzeitig tritt aber auch mehr Flüssigkeit aus. Die zweite Beeinträchtigung resultiert aus unserem intuitiven Verhalten, bei starkem Umgebungslärm selbst immer lauter zu werden. In Kombination nehmen wir und unsere Gesprächspartner_innen am nächsten Tag die "belegte" Stimme wahr. Diese beruhigt sich aber üblicherweise innerhalb weniger Tage wieder und findet zu ihrer Normalform zurück.


Alle notorischen Schokoladen-Liebhaber_innen kann ich ebenfalls beruhigen: Wer in absehbarer Zeit einen (Online-)Vortrag halten oder in anderer Mission die Stimme erheben will, muss sich keiner Diät in Bezug auf den Verzehr dieser teilweise schon lebenswichtigen Nahrung unterziehen. Schokolade macht den Speichel etwas dickflüssiger – diese Wirkung müssen höchstens Sänger berücksichtigen, "Normal-Sprecher" aber nicht.


Heiserkeit hingegen ist keine eigenständige Krankheit, sondern nur Symptom und Ausdruck anderer körperlicher oder seelischer Herausforderungen und hält ebenfalls nur wenige Tage an. Sind Sie aber nach zwei bis drei Wochen immer noch nicht wieder im grünen Stimmbereich, sollten Sie unbedingt einen Arzt konsultieren. Sicher ist sicher.

Apropos Stimme – Ihre Stimme

Wenn Sie sich einerseits verzweifelt Gedanken um ein passendes Geschenk für besondere Menschen machen, andererseits die geltenden Besuchs- und Reise Einschränkungen einzuhalten wissen und sich nebenbei ein klein wenig intensiver mit Ihrer eigenen Stimme und deren Profilierung beschäftigen möchten (oder müssen), hätte ich da einen probaten Vorschlag für Sie:

Verschenken Sie Vorlesezeit!

Natürlich unter Einhaltung der aktuellen Hygiene- und Abstandsregeln! Mehrere Varianten sind möglich und umsetzbar:


1. Verbringen mit einem oder auch mehreren Menschen, der oder die Ihnen wirklich wichtig sind, echte Quality Time. Stellen Sie der, dem oder den Beschenkten frei, welche Lektüre Sie vortragen.

2. Als Ergänzung besteht auch die Option, die Lesezeit als Audio-Datei vorab festzuhalten und allen Beteiligten als Mitgebsel zu schenken.

3. Per Zoom, Skype, YouTube – welche digitale Übertragungs- und Präsentationsform Sie bevorzugen, liegt ganz bei Ihnen – wichtig ist nur: Fühlen Sie sich mit der Technik wohl? Dass auch größere Gruppen, über den gesamten Erdball verteilt, miteinander in einem virtuellen Raum kommunizieren – und sich zuhören können, wurde Altersgruppen-übergreifend in den letzten Monaten millionenfach bewiesen. Sie merken schon: es gibt keine Ausrede mehr ;-)

4. Verschicken Sie alternativ einen gesprochenen Festtagsgruß, den man als mp3-Datei einer E-Mail anhängt oder den Empfängern zum Download auf der eigenen Webseite anbietet.


Mein persönlicher Festtagsgruß für Sie zum Hören. Charles Dickens - Ein Weihnachtslied in Prosa


Manchmal ist es so, als ob das Leben einen seiner Tage herausgriffe und sagte „Dir will ich alles schenken! Du sollst solch ein rosenroter Tag werden, der im Gedächtnis leuchtet, wenn alle anderen vergessen sind“ (Astrid Lindgren)

Aus tiefsten Herzen wünsche ich Ihnen einen mehr als rosenroten Tag und eine glückliche gesunde Zeit!

Herzlichst,

Ihre Esther Schweizer


Zum Lesen, Nachlesen – und Empfehlungen:


  • ZEIT MAGAZIN "Gerade im Lockdown braucht es eine Tagesstruktur, sagt der Psychiater Leonhard Schilbach. Mit welchen Übungen man jetzt vermeiden kann, in ein Gefühlstief zu rutschen".

  • Hier finden Sie das entsprechende PDF "Psychisch gesund bleiben während Social Distancing, Quarantäne und Ausgangsbeschränkungen …...

P.S. Quellenangaben und Verlinkung. Ich übernehme keine Gewähr für die Aktualität und Richtigkeit. Abgerufen und gesehen am 4.12.2020.

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