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© 2019 Esther Schweizer

Platform Speaker Vs. Paid Speaker oder Today's Celebrity Deathmatch

31.10.2019

 

Platform Speaker Vs. Paid Speaker oder Today's Celebrity Deathmatch

 

In den 80er/90er Jahren stand >Today's Celebrity Deathmatch< für eine satirische Comedy Fernsehserie auf MTV. In dieser Serie prügelten sich Puppenversionen bekannter Künstler_innen in einem Wrestler-Ring – mehr oder wenig lustig – aufeinander ein.

 

Was hat das mit Platform Speaking zutun?

 

Today's Celebrity Deathmatch - Platform Speaker Vs. Paid Speaker!

 

Mit dieser bewusst marktschreierischen Eröffnungs-Schlagzeile erlaube ich mir, Sie auf ein provokantes Thema einzustimmen. Ich gebe es zu. Der Redner-Kategorie "Platform Speaker oder Platform Speaking" stehe ich nicht unvoreingenommen gegenüber. Damit Sie sich ein eignes Urteil bilden, möchte ich Ihnen nachfolgend einige Unterscheidungskriterien erläutern, die den "Platform Speaker" vom in Deutschland wesentlich bekannteren Typus des "bezahlten Redners" abgrenzen – sowie ein paar Pro und Contras auflisten, falls Sie sich bereits selbst mit dem Gedanken tragen, die dahinterstehende Methodik unternehmerisch zu nutzen. Falls Sie gar nicht die Absicht haben auf einer Redner_innen Bühne sprechend aufzutreten, werden Sie vielleicht das eine oder andere >Riesen Show Event< kritischer betrachten … Nun jedoch der Reihe nach.

 

Der "Von-der-Bühne-herunter-Verkaufsredner"

 

Diese radebrechend holprige Übersetzung trifft tatsächlich ganz gut des Pudels Kern: Ein "Platform Speaker m/w/d" wird im Gegensatz zum "Paid Speaker m/w/d" nicht für seinen Vortrag bezahlt – darf aber die temporär gewährte Bühnenpräsenz nutzen, um eigene oder dritte Produkte, Dienstleistungen, Kurse, etc. unter Einbeziehung aller psychologischen und dramaturgischen Kniffe zu präsentieren – und eben auch knallhart zu verkaufen. Dafür ist der Paid Speaker nicht gezwungen, sein Auskommen durch das Aufbauen von Kaufbedürfnissen zu bestreiten und kann sein Vortragsthema wesentlich freier und altruistischer wählen. Dementsprechend differieren auch die Einstiegshürden in Gestalt der Eintrittspreishöhe gewaltig: Selbst weitläufig bekannten Platform Speakern kann man für ein vergleichsweise kleines Geld lauschen, für Paid Speaker muss man schon wesentlich tiefer in die Tasche greifen.

 

Entwickelt im Land der unbegrenzten (Verkaufs-)Möglichkeiten, genießt die Klasse der Platform-Speaker in den Staaten einen ziemlich guten Ruf – nicht ohne Grund lassen sich ca. 90 Prozent der dortigen Redner dieser Kategorie zuordnen. Persönlich habe ich auch gegen das dahinterstehende Verdienstmodell grundsätzlich nichts einzuwenden. Problematisch und moralisch grenzwertig wird es meiner Einschätzung nach erst dann, wenn die einzelne Person von der Dynamik der aufgeschaukelten Masse mitgerissen wird, sich in Zugzwang wähnt und sich euphorisch in riskante Kosten stürzt.

 

In aller Deutlichkeit. Der Vortrag - Speech - ist nicht das vordergründige Ziel. Sondern der Weg, um mit der Vortragsform >Platform Speaking< geldwerte Ergebnisse zu erzielen.

 

"Von-der-Bühne-herunter-Verkaufsredner" bewirbt sowie verkauft: 

 

Ein (teures – ja, ich werte …) Anschluss- bzw. Aufbau Workshop oder mehrtägiges Seminar.

Es wird geschickt für ein (dito) ein persönliches Coaching oder mehrtägiges Erlebnis -Training geworben. Sowie weitere „Content“ Angebote. Sei es Videos, Bücher oder Erlebnisreisen.

 

Das funktioniert nur: 

 

Mit einen prominenten und verkaufsfördernden Speaker oder Speakerin I Redner_in.

Eine klare (verkaufsfördernde) motivierende Botschaft.

Sowie einen attraktiven niederschwelligen Eintrittspreis.

Alles eingerahmt in eine exzellente und oftmals aufwendige Bühnenshow.

 

Bitte nicht verwechseln: Platform Speaking ist vom Aufbau und Struktur keine Keynote oder Eröffnungsrede.

 

Frauen? Bisher Fehlanzeige!

 

In der vorwiegend von ausgewiesenen Vertriebsprofis vom Kaliber eines Jürgen Höller dominierten deutschen Platform Speaker Szene konnte ich bisher keine Frau entdecken, die sich dauerhaft einen Top-Ten-Platz ergattern konnte. Nichtsdestotrotz drängen meiner Kenntnis nach bereits einige mutige Damen in dieses herausfordernde Business, um mit speziell weiblichen Themen ihr Publikum zu finden – und sich eine Existenz aufzubauen. Diesen Pionierinnen wünsche ich von ganzem Herzen viel Glück und Ellenbogen aus Teflon – mich selbst reizt diese Nische ehrlich gesagt weniger.

 

Pros und Cons

 

Betrachten wir das Thema aber nun mal aus einer rein monetären Perspektive: Wer viel Zeit, Energie und Geld investiert, um sich "bühnenfest" zu machen, geht natürlich davon aus, nach einer mehr oder weniger langen Lern- und Investitionsphase auch irgendwann einmal den eigenen Lebensunterhalt als Speaker und Speakerin bestreiten zu können.

Wie bereits erwähnt, unterscheiden sich die beiden Verdienstmodelle doch erheblich – bieten aber auch sehr spezifische Vor- und Nachteile:

 

Als Paid Speaker erhält man einen Teil des Eintrittsgeldes als festes Honorar. Hier muss man sich die Bekanntheits- und Nachfrage-Treppe Schritt für Schritt hocharbeiten, bis man schließlich den Break-Even-Point überwindet und in die Gewinnzone kommt. Weltbekannte Speaker erzielen echte Traumhonorare, unterm Strich kann aber nur ein erstaunlich kleiner Prozentsatz von den Auftritts-Vergütungen gut oder sogar überaus luxuriös Leben. Zudem handelt es sich beim "Bezahlten Sprechen" selbst auf Top-Niveau immer noch um den klassischen Tausch "Zeit gegen Geld". Hier muss einem bewusst sein, dass man beispielsweise in einem Jahr nur eine begrenzte Anzahl von Tagen und Stunden zur Verfügung hat, um sie gegen ein zumindest kostendeckendes Honorar einzuwechseln. Dazu kommen dann noch nicht unerhebliche Reisezeiten und -kosten, die ebenfalls mit einberechnet werden müssen.

 

Platform Speaker haben es hingegen selbst in der Hand, wie einträglich sie ihren Verkaufstrichter gestalten. Der Erlös durch bewusst niedrig angesetzte Eintrittsgelder deckt im besten Fall gerade mal die Raum- und Marketing-Kosten. Tritt man mit anderen Speaker zusammen auf, kann man als Hauptveranstalter guten Gewissens einen Auftritts-Obolus erheben. Hat man aber seine Verkaufs-Hausaufgaben sorgfältig und mit Sternchen gemacht, durchbricht man anhand der nachfolgenden Verkäufe auf unterschiedlichen Ebenen die vermaledeite "Zeit gegen Geld"-Barriere. Die Stars der Szene toppen die Einkünfte der Paid Speaker Gilde mittlerweile um ein Vielfaches.

 

Quo Vadis?

 

Nun liegt es an Ihnen, sich bei aufkeimenden Interesse einen eigenen Eindruck zu verschaffen – ich empfehle, hier ungeschminkte Feldstudien durchzuführen. Bevor Sie sich aber in den Circus Maximus begeben, sollten Sie sich eine*n Begleiter*in Ihres Vertrauens suchen, um im Fall der Fälle der Versuchung zu widerstehen, hochpreisige Verträge für noch hochpreisigere Nachfolge-Veranstaltungen/Produkte/Dienstleistungen abzuschließen.

 

Einen Perspektivenwechsel einzunehmen schadet nie. JP Sears, ein US-amerikanischer Internet-Comedian zeigt … Ach, schauen Sie in die Videoserie Ultra Spiritual. Es ist einfach zu köstlich. Klick HIER.

 

Habe ich noch einen Tipp? Gerade und besonders, wenn Sie mit dem Gedanken spielen, sich professionell(er) mit einer Rede, Vortrag oder Präsentation in der Öffentlichkeit zu zeigen, gilt es immer wieder im Vorweg, sehr genau zu überprüfen, welche Vortragsdarbietung passt zu Ihnen. Jetzt und in Zukunft? Was streben Sie an? Welche Ziele habe Sie? Eine Keynote Speech? Ein Impuls - oder ein Fachvortrag? Vielleicht sogar Platform Speaking? Jede einzelne Frage genauestens zu beantworten, bringt Sie auf Ihrem Weg – immer ein Stückchen – weiter. Das kann ich zwar nicht versprechen. Doch es lohnt sich ...

 

Herzlichst, Ihre Esther Schweizer

 

 

 

 

 

 

 

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