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© 2019 Esther Schweizer

Pleiten, Pech und Pannen

03.02.2018

Fehler verbergen - ist genau so töricht wie Korken versenken,

sie kommen immer wieder an die Oberfläche.

 

Kürzlich passierte mir ein Fehler. Oder war es eine Panne? Per E-Mail landete ein Schreiben fehlerhaft in einem virtuellen Postfach. Was war passiert? Statt der finalen Version ging ein Entwurf auf den virtuellen Weg.

 

Aber dank meiner aufmerksamen Leserin wurde ich schnell auf diese Panne aufmerksam gemacht. Diesen ungewollten Anlass nehme ich heute zum Anlass, das Thema „Pleiten, Pech und Pannen“ aus meiner Perspektive aufzugreifen – vielleicht können Sie ja aus diesem „Post“ ein paar Anregungen mitnehmen und die „Unperfektheiten“, die einem selbst ab und an unterlaufen, etwas versöhnlicher betrachten.

 

Nobody is perfect

 

Statt von Fehlern sollten wir auch lieber von Pannen sprechen, das klingt nicht ganz so hart und verurteilend. Tatsächlich ist es absolut unmöglich, echte Perfektion zu erreichen – völlig unabhängig von Erfahrung, Fertigkeiten, Talent und Disziplin. Wir können nur nach Exzellenz streben und immer unser Bestes geben.

 

Der Duden schlägt zum Begriff "Fehler" folgende Bedeutungen vor: "(…) etwas, was falsch ist, vom Richtigen abweicht; Unrichtigkeit; irrtümliche Entscheidung, Maßnahme; Fehlgriff; schlechte Eigenschaft, Mangel; Stelle an einer hergestellten Ware, die nicht so ist, wie sie sein müsste (…)".

 

Da hört sich doch die Beschreibung für "Panne" deutlich freundlicher an: "Herkunft: von französisch panne → fr aus bühnensprachlich „hängen bleiben", Panne steht für: eine unerwartete Störung eines Vorganges oder Ablaufs; De Panne, Stadt in Flandern, Belgien. SYNONYME ZU PANNE; Defekt, Schaden, Störung; Fehler, Missgeschick, Pech, Peinlichkeit, Ungeschicklichkeit, Unglück; (bildungssprachlich); Fauxpas, Lapsus; (umgangssprachlich) Ausrutscher, Malheur, Schnitzer".

 

Die bühnensprachliche Herkunft nutze ich direkt zur Überleitung:

 

Meine "schönste" Bühnenpanne

 

Ganz proaktiv plaudere ich jetzt mal ein wenig aus meinem Bühnen-Nähkästchen und trete sozusagen die Flucht nach vorne an. Unter uns: Mit dieser Strategie nehmen Sie während eines Vortrags oder einer Rede Zwischenrufern und Störern direkt den Wind aus den Segeln. Denn wer selbst seine Malheurs aufmerksamkeitsstark und mit einem unverwüstlichen Lächeln aufs Tapet bringt, lässt seinen Kritikern kaum mehr Material übrig. Aber zurück zu meinem "schönsten" Theater-Missgeschick:

 

Monumentale Fehler oder Pannen sollten schon im angemessenen Ambiente passieren. Für meinen Vorzeige-Lapsus habe ich mir daher die Premiere (!) des Weltklassikers "Romeo und Julia" (!!) an einem großen deutschen Stadttheater (!!!) "ausgesucht": Ich gab die Gräfin Capulet, die Mutter der Julia. Im vierten Akt breche ich drehbuchgerecht vor meiner toten Tochter zusammen und deklamiere meinen "Trauertext". Plötzlich spürte ich entsetzt, dass sich einer meiner Schuhabsätze in meinem sehr langen Kleid verhedderte. Ich drohte das Gleichgewicht zu verlieren. Um nicht während meines Monologs plump auf die tote Tochter zu stürzen, schaltete ich in den Multitasking-Modus um und versuche gleichzeitig Trauer auszudrücken, Trauer zu spielen und meinen Schuhabsatz möglichst unauffällig aus dem Rocksaum zu befreien. Ich stand ziemlich unter Zeitdruck, denn ich wusste, dass in wenigen Minuten mein Bühnengatte – Graf Capulet – seinen großen Auftritt hat und ich immer noch auf seiner unsichtbar markierten Bühnenposition herumfummle. Auf der Bühne herrscht nämlich der Brauch, dass falsch positionierte Schauspieler vom rechtmäßigen "Eigentümer" einfach unsanft vom Platz geschoben werden. Zu allem Überfluss sollte auch direkt danach der Verlobte Paris auf die Bühne stürzen. Mein Herzschlag war nicht mehr als Pochen, sondern fast schon als Dauerton zu spüren, mein Herz schien zu bersten … Wie meinen Sie, ging diese fatale Situation wohl aus?

 

P.S. Friedrich Dürrenmatt schrieb eine Erzählung >Die Panne<

 

Herzlichst

Ihre

Esther Schweizer

 

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