• Esther Schweizer

Wie geht es Ihnen? In Zeiten wie ...

Aktualisiert: Apr 17



Wie geht es Ihnen? In Zeiten wie diesen?


In Zeiten wie diesen – erhält nicht nur der bekannte Songtext der Band "Silbermond" eine neue und unerwartet tiefgehende Bedeutung.


Wer hätte vor wenigen Wochen ahnen können, dass gedankenverloren dahingesagte Fragen und Antworten à la "Wie geht's?" und "Mir geht es gut, danke!" wieder Ausdruck echten Interesses sein können? Geplänkel- und floskelfrei – und im Bewusstsein, dass man eventuell auch eine Antwort erhält, die tatsächlich Grund zur Sorge geben könnte.

Mein Herzenswunsch: Dass Ihre Antwort angesichts der vielen unterschiedlichen Situationen nichtsdestotrotz "Mir geht es gut, danke!" lautet. Mit Blick in die Zukunft wünsche ich mir von Herzen, dass wir und alle – und ich meine wirklich alle Menschen – auch zukünftig mit einem neuem Mit-Gefühl kollegial und unterstützend miteinander umgehen und leben (können). Ist das naiv? Gedanken versetzen ja bekanntlich Berge …


Das Stakkato kostenfreier Online-Angebote unter dem "Corona!"-Label


Viele Jahre habe ich als Schauspielerin, Sprecherin und in anderen spannenden Aufgaben und Funktionen auf den Brettern, die bekanntlich die Welt bedeuten, gestanden. Gemeinsam mit anderen Menschen konnte und durfte ich ausloten, was es bedeutet, auch in Krisenzeiten kreativ und experimentierfreudig zu bleiben und immer einen passablen Weg zu finden. Dabei beziehe ich mich ganz bewusst nicht auf den Maßstab der "brotlosen Kunst" – von diesem Dogma/Stigma konnte ich mich nach vielen Jahren befreien.

Ich honoriere sehr die aktuellen und experimentierfreudigen Initiativen von Musik-Clubs, Theatern, Museen und Opern, die nun ihre Mediatheken öffnen (oder überhaupt erst anlegen, befüllen und zur freien Verfügung stellen) – und den Menschen ermöglichen, sich für ein paar Stunden abzulenken und zumindest virtuell die eigenen vier Wände unbeschwert verlassen zu können. Auch stimmt es mich positiv, wenn einerseits das altbewährte Radio wieder ungeahnte Aufmerksamkeit erfährt und andererseits pfiffige Digitalbrücken über Generationsgrenzen geschlagen werden – wie sagte die Kanzlerin doch so schön: „Schon jetzt gibt es Enkel, die ihren Großeltern einen Podcast aufnehmen, damit sie nicht einsam sind“.


Ein anderer Gedanke beschäftigt mich sehr: Mir geht es um den Mangel an Respekt und Wertschätzung für bestimmte Tätigkeiten, der momentan inflationäre Ausmaße annimmt. Unter dem vermeintlich mildtätigen Dach von Corona-Hilfsangeboten schleudern nun zahlreiche Anbieter ihre Offerten komplett kostenlos und genau berechnend in die Web-Öffentlichkeit. Mit dem Fokus, Kunden für die Post-Corona-Zeit zu finden und zu binden – und dem Effekt, dass kleine Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler, die vom Verkauf ihrer Dienstleistungen leben müssen, aus dem Markt gedrängt werden. Wer nach der Corona-Krise auch noch Zugriff auf eine lebendige, bunte und inspirierende Kultur-, Coach-, Trainer-, Sport-, Musik-, Kneipen-, Restaurant-Szene, etc. haben möchte, sollte jetzt sehr genau schauen, welche Angebote Existenzen sichern – und welche Offerte eher dazu dienen, Kunden in einen "Up-Selling-Funnel" zu ziehen und zu melken.


Get digital – or get lost?


Denke ich ein bisschen weiter, viele meiner Kollegen und Kolleginnen gehen nun notgedrungen dazu über, ihre Leistungen auch online anzubieten. Mithilfe verschiedener Online-Portale und Webinar-Plattformen werden kostenpflichtige Produkte kreiert, um ihre Kunden weiterhin beraten, schulen, unterstützen oder begleiten zu können. Neben virtuellen Konferenzräumen finden erfreulicherweise auch digitale Frühstücksrunden und Klönschnack-Pausen statt. Wer sich bisher nicht mit der Digitalisierung auseinandersetzen musste und wollte, wird jetzt gezwungen, die eigene Komfortzone zu verlassen und viel Kreativität und Improvisationsfähigkeit in die Waagschale zu werfen. Ich hoffe sehr, dass die allerorts zu spürende Initiative dazu führt, dass wir nach dem Ende der Covid-19-Pandemie nicht einfach wieder zur (rein analogen) Tagesordnung zurückkehren, sondern aus einem ausgewogenen, sich ergänzenden und produktiven Online-Offline-Mix wählen können.


Tatsächlich habe auch ich einen YouTube-Kanal, nutze fleißig Skype und ZOOM (Online Beratung und Telefon - nicht erst seit "Corona" ...) und experimentiere mit meinem neuen Podcast-Format „Hörpost aus der zweiten Reihe, Parkett“. Diese "digitalen Brückenköpfe" habe ich aber bereits vor dem analogen Lock down ins Leben gerufen – aus dem Selbstverständnis heraus, das physische Miteinander durch weiterführende, orts- und zeitunabhängige Unterstützung zu ergänzen und zu erweitern. Nur will und kann ich meine Kernleistungen nicht unter Wert oder komplett kostenfrei anbieten. Das momentan gerade sehr beliebte Motto "Sichtbarkeit um jeden Preis" stößt bei mir schon aus Prinzip an geldwerte Grenzen. Jahrelange Selbst- und Fremdausbeutung nur für "Ruhm, Ehre und Applaus" hinterließen bei mir entsprechende Spuren – diese schützen mich aber heute ziemlich effektiv vor dem "Ausverkauf". Welche wirtschaftlich fatale Rechnung uns allen die Pandemie nach dem Abebben der gesundheitlichen Gefahr präsentieren wird, vermag noch niemand zu sagen.


Selbstvertrauen in Zeiten wie diesen ...


In einem etwas älteren Artikel lass ich kürzlich: „(…) schon das griechische Wort krisis bezeichnet nicht eine hoffnungslose Situation, sondern den Höhe- oder Wendepunkt einer gefährlichen Lage – von da an kann es eigentlich nur noch besser werden (...)“.

Älter zu werden hat auch etwas Gutes – und das sage ich ganz ohne Ironie oder Zynismus. Jede Krise schöpft ihre paralysierende Wirkung aus der perspektivischen Bandbreite der Zielgruppe – wer schon einiges erlebt hat, vermag manches ins passende Licht zu rücken. Zudem fördert die jetzige unfreiwillig verordnete freie Zeit meinen individuellen Forscherdrang. Wer bin ich? Was kann ich? Wohin zieht es mich und meine Fähigkeiten? Glauben Sie mir: das ist oftmals eine ziemlich anstrengende innere Achterbahn. Mitbestimmung; nehme ich sinnbildlich recht wörtlich. Was tun Sie? Trauen Sie sich zu, etwas ausgesprochen ungewöhnliches zu tun? Wie prägt sich Ihr persönlicher Forscherdrang aus?


Von außen nach innen …


"In Zeiten wie diesen" erfahre ich auch – und gerade – angesichts der physischen Kontaktsperre eine Zunahme von Dankbarkeit und Demut. Die Familie rückt wieder mehr zusammen, auch Zusammenhalt und Achtsamkeit im Bekannten- und Freundeskreis gewinnt wieder mehr an Bedeutung.


Es ist gefährlich, anderen etwas vorzumachen. Denn es endet damit, dass man sich selbst etwas vormacht“ Elenora Duse


Bereits vor Corona, aber jetzt umso deutlicher, registriere ich, wie viele Menschen doch im Laufe ihres Lebens "mentale Knoten" angesammelt haben. Aus der Ich-Perspektive lassen sich diese Knoten aber oftmals weder lokalisieren noch lösen. Nur ein unangenehm latentes und einschnürendes Gefühl teilt uns mit, dass etwas im Argen liegt. Ich spreche hier aus eigener Erfahrung, habe ich mich doch vor geraumer Zeit aufgemacht, diesen Knoten nachzuspüren, sie aufzuspüren und – so gut es eben geht – zu lösen/aufzulösen.


Aus eigener Notwendigkeit …


Die entsprechende Motivation speiste sich ursprünglich aus reinem Eigennutz. Wer sich selbst besser kennt, kann eben auch andere besser und wirkungsvoller unterstützen. Im Laufe der Zeit konnte ich durch stetiges Beobachten und Dazulernen immer genauer verstehen, welche immense Wirkung doch Gedanken auf unser Bewusstsein, unseren Körper und unser Verhalten ausüben – teilweise mit niederschmetternden Konsequenzen. Wenn ich in meinem AuftrittsCoaching und in der Beratung wahrnehme, dass wenig oder kaum Freude, Motivation oder Antrieb vorherrscht, eine Präsentation, Rede oder einen Vortrag zu halten, stimmt mich dies immer wieder sehr traurig. Ungemein dankbar bin ich daher, dass ich im gemeinsamen Tun unterstützend wirken und zum Erkennen und Lösen dieser einschnürenden mentalen Knoten beitragen kann.


über das positive Feedback anderer Menschen …


Für beide Seiten – Coachee/Kunde und mich – ist es mehr als ein schönes Gefühl, zu erfahren, dass es Freude bereiten kann, die nächste Rede oder Präsentation angstfreier darzubieten. Freude, sich sichtbarer zu zeigen. Freude darüber, dass das Können und das positive Selbstbewusstsein sich als wahre Inspirationsquelle und Motivation entpuppen. Lassen Sie es zu, dass Ihre Zuhörerschaft – dass andere Menschen – wirklich „bei einem sind“. Unabhängig davon, ob es Ihre Mitmenschen im privaten, beruflichen oder gesellschaftlichem Umfeld sind.


zur gezielten Unterstützung "in Zeiten wie diesen".


Wie gelingt das? Indem Sie sich und anderen nichts vormachen. Spreche ich von mir, möchte ich diesen, meinen Weg mit der Erfahrung, "hinter die eigenen Fassaden zu blicken“ niemals mehr missen. Wie sieht es bei Ihnen aus? Wenn Sie mögen, kann ich Sie begleitend unterstützen, damit Sie liebevoll(er) hinter Ihre eigene Fassade blicken, um die widerstreitenden verknoteten Schnüre entwirren können. Wenn nicht jetzt, wann dann? Sprechen Sie mich an und wir schauen gemeinsam, was und wie machbar ist – selbstverständlich auch gerne "remote" in der von Ihnen präferierten Form.


Die Schneekugel, die alles auf den Kopf stellt …


Was – und wie – ist allgemein betrachtet noch machbar "in Zeiten wie diesen"? Es stimmt mich glücklich, dass ich nicht alleine mit meiner Wahrnehmung stehe, dass bisherige altbewährte Systeme, Organisationsstrukturen und Theorien mehr als nur auf dem Prüfstand stehen. Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und unser Gesundheitswesen miteingeschlossen. Was bedeutet soziales Miteinander überhaupt? Wie gehen wir mit denen um, die jetzt als Risikogruppe gelten – und wie behandeln wir diejenigen, die bereits vor Corona am Rande der Gesellschaft standen, krank waren und sind, kein Dach über dem Kopf haben, Flucht, Gewalt und/oder Trostlosigkeit erleben mussten? Ältere Menschen? Was geschieht jetzt? In diesem Augenblick hinter verschlossenen Türen?


Mehr und mehr Menschen schauen gerade jetzt genauer hin und stellen kritische Fragen. Bisher galten „Change Management“ und „Gemeinwohl“ für Unternehmen als eine gute Theorie. „Change“ und Gemeinwohl (ja, auch die Gemeinwohl Ökonomie) in den Fokus zu nehmen, sollte gerade jetzt – und mit Blick in die Zukunft – mehr als einen Versuch wert sein! Mein Wunsch: dass das Corona-bedingte Innehalten dazu führt, dass wir nach dieser Pandemie weiterhin achtsam, verantwortlich und fürsorglich miteinander umgehen. Finden Sie das auch naiv? Gedanken und Wünsche können ja bekanntlich …


Aus tiefstem Herzen wünsche ich Ihnen: Bleiben Sie gesund – oder werden Sie wieder gesund und denken Sie positiv. Damit Ihnen das gut gelingt habe ich Ihnen einige Tipps und Ideen beigefügt. Bitte bedenken. Es sind Online Angebote. Diese ersetzen niemals echte, wirkliche Begegnungen und darf auch niemals dazu führen, dass zukünftig reale (und oftmals teure) u.a. Ausstellungen abgeschafft werden. Weil? Ja, es auch billiger gehen könnte?


Ebenso liegt mir am Herzen. Wenn ich etwas für Sie tun kann, freue ich mich auf Ihren Anruf, Ihre Mail oder einen Brief von Ihnen.


Ich freue mich auf Sie – und die Post-Corona-Zeit!


Ihre, Esther Schweizer


P.S. Einige Tipps, Veranstaltungen und überhaupt. Bitte scrollen Sie ...


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